Impulse

Körperwahrnehmung – den eigenen Körper wieder spüren

Unser Körper ist immer da. Und doch nehmen wir ihn im Alltag oft nur dann bewusst wahr, wenn etwas unangenehm wird: wenn der Nacken verspannt ist, der Rücken schmerzt, der Atem flacher wird oder wir uns erschöpft fühlen.

Körperwahrnehmung beginnt dort, wo wir unseren Körper nicht nur beurteilen, sondern beginnen, ihn wieder unmittelbar zu spüren.

Wie fühlt sich der Atem gerade an? Wo im Körper ist Bewegung wahrnehmbar? Welche Bereiche fühlen sich warm, kühl, weit oder angespannt an? Wie verändert sich die Körperempfindung, wenn wir langsamer werden?

Solche Fragen müssen nicht beantwortet werden. Es geht zunächst darum, wahrzunehmen.

Vom Denken zum Spüren

Wir haben gelernt, unseren Körper von außen zu betrachten: Wie sehe ich aus? Wie ist meine Haltung? Was sollte ich verändern?

Eine körperorientierte Wahrnehmung setzt an einem anderen Punkt an. Sie richtet die Aufmerksamkeit auf das unmittelbare Erleben.

Ein Beispiel: Statt nur festzustellen „Meine Schultern sind verspannt“, kann man für einen Moment neugierig werden: Wie fühlt sich diese Spannung tatsächlich an?

Ist sie eher fest oder weich? Gleichmäßig oder wechselnd? Wird sie stärker oder schwächer? Gibt es gleichzeitig einen Bereich, der sich angenehm oder ruhig anfühlt?

Durch diese Art der Aufmerksamkeit wird der Körper nicht zum Objekt, das wir kontrollieren müssen. Er wird zu einem Erfahrungsraum, den wir kennenlernen können.

Wahrnehmen, ohne etwas erzwingen zu müssen

Körperwahrnehmung bedeutet nicht, ständig nach Entspannung zu suchen. Manchmal ist der Körper ruhig, manchmal unruhig. Manchmal fühlen wir viel, manchmal wenig.

Auch das gehört zur Erfahrung.

Eine achtsame Körperwahrnehmung lässt unterschiedliche Empfindungen nebeneinander bestehen, ohne sofort etwas verändern zu müssen. Dadurch kann ein differenzierterer Kontakt mit dem eigenen Erleben entstehen.

In der körperorientierten Arbeit kann diese Wahrnehmung durch Berührung, Bewegung, Ruhe oder gezielte Arbeit mit Spannungen unterstützt werden. Auch bei intensiverer Körperarbeit bleibt diese Wahrnehmung wichtig. Gerade bei tiefergehender Berührung und der Arbeit mit Spannungen geht es nicht darum, etwas gegen den Körper durchzusetzen. Druck, Intensität und Tempo können sich an der jeweiligen Körperwahrnehmung orientieren.

Es geht nicht darum, eine bestimmte Erfahrung herzustellen. Es geht darum, wieder zu bemerken, wie es gerade ist.

Vielleicht beginnt genau dort eine neue Beziehung zum eigenen Körper: nicht als etwas, das ständig funktionieren oder verändert werden muss, sondern als ein lebendiger Teil unseres gegenwärtigen Erlebens.

Körperwahrnehmung ist keine zusätzliche Aufgabe. Sie kann ein Weg sein, wieder näher bei sich selbst anzukommen.

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